Chronik
Die Geschichte von Amadeus Germany
Die Amadeus Germany GmbH (bis Mitte 2003 Start Amadeus GmbH) ist Deutschlands führendes Reisevertriebssystem. Es liefert heute umfassende Produkte für den Vertrieb von touristischen Leistungen aller Art über verschiedene Absatzkanäle wie zum Beispiel Reisebüros, Call Center, Kartenvorverkaufsstellen oder das Internet. In Deutschland arbeiten 85 Prozent aller Reisebüros an rund 40.000 PCs mit dem modernen, leistungsstarken und hochentwickelten System von Amadeus Germany. Der Marktführer in Deutschland wurde 1971 gegründet
Ende der sechziger Jahre zeichnet sich ab, dass die Reisebüros in absehbarer Zeit gezwungen sein werden, Computer-Terminals mehrerer Leistungsanbieter zu installieren: Es existiert kein einheitliches Reservierungssystem. Nur wenige Große in der Branche könnten sich einen solchen Aufwand leisten. Diese Überlegungen sind Anfang 1971 auslösender Faktor für die Gründung der "Start Studiengesellschaft zur Automatisierung für Reise und Touristik GmbH".
Die Arbeitsgruppe besteht aus Vertretern der Unternehmen Deutsche Lufthansa, Deutsche Bundesbahn, Touristik Union International (TUI) sowie Amtliches Bayerisches Reisebüro GmbH (abr), Deutsches Reisebüro GmbH (DER) und Hapag-Lloyd Reisebüro GmbH. Start legt nach verschiedenen Analysen einen Vorschlag für ein elektronisches Reisereservierungs- und Informationssystem vor, das alle mit dem Angebot und der Vermittlung von Reiseleistungen zusammenhängenden Vorgänge bewältigen kann.
1976 wird die Studiengesellschaft in die Betriebsgesellschaft "Start Datentechnik für Reise und Touristik GmbH" umgewandelt. Die Gesellschafter sind mit jeweils 25 Prozent Anteilen die Deutsche Bundesbahn, die Deutsche Lufthansa und die TUI. Die restlichen 25 Prozent verteilen sich zu gleichen Teilen auf die Reisebüro-Ketten abr, DER und Hapag-Lloyd.
Nach mehreren Ausschreibungen erhält Siemens 1977 den Auftrag für die schlüsselfertige Realisation des Start Systems. Bereits 1978 wird die erste Zentraleinheit für das Rechenzentrum angeliefert. Mitte 1979 nimmt Start den Betrieb auf: Das erste Start Terminal wird am 13. Juni beim DER in Frankfurt am Main am Hauptbahnhof in Betrieb genommen. Die Reservierung von TUI-Angeboten ist im Erstbetrieb möglich. Im August 1979 kommt die Reservierungsfunktion der Deutschen Lufthansa hinzu.
Bereits 1980 ist das Start System im Komplettbetrieb verfügbar. Die Deutsche Bundesbahn bietet über Start die elektronische Sitzplatzbuchung sowie die Fahrausweiserstellung an, TUI-Reisebestätigungen können ausgestellt werden - ebenso wie Tickets der Deutschen Lufthansa.
Der Start Reisebüro-Modus ist verfügbar: Über ein einziges Terminal können somit nicht nur alle Reiseleistungen gebucht, sondern auch alle damit zusammenhängenden Tätigkeiten, wie zum Beispiel Fakturierung und Datensammlung für die Buchhaltung, ausgeführt werden. Mittlerweile drucken die angeschlossenen Reisebüros über Start monatlich 150.000 Tickets aus, obwohl immer noch ein Großteil manuell ausgestellt wird.
Im Juni 1982 sind rund 2.000 Start Geräte installiert. Mehr als 22 Millionen Verkaufsbelege werden in diesem Jahr über das System ausgedruckt, deren Gesamtwert bei 7,3 Milliarden DM liegt. 1983 wird die Start Btx GmbH gegründet, deren Ziel es ist, die Leistungen des Start Systems den Reisebüros auch über das kostengünstigere Btx System verfügbar zu machen. Die erste Generation der Start Terminals wird gegen moderne Siemens-Terminals ausgetauscht. Und Euroschecks sowie Banküberweisungen können nun im Reisebüro mit dem neuen Dokumentendrucker bedruckt werden.
1987 wird die nächste Terminal-Generation auf PC-Basis eingeführt. Im Gegensatz zu den bisherigen Terminals, die nur zur Datenabfrage auf dem Start Rechner dienten, können nun im Reisebüro Daten auch lokal auf dem PC verarbeitet werden. Das KART Verfahren für den Eintrittskartenvertrieb über Start wird für die Reisebüros zugänglich. Auch der Kreditkarten-Verkauf ist nun über Start möglich.
Am 17. Juni 1987 werden in Paris die Verträge zur Gründung des Computer Reservierungssystems (CRS) Amadeus von Air France, Iberia, SAS und der Deutschen Lufthansa unterzeichnet. Mit Amadeus soll ein internationales CRS auf europäischer Basis entwickelt werden.
Bereits 1988 haben die angeschlossenen Reisebüros über Start Zugang zum amerikanischen System One, das in Deutschland als Amadeus One vermarktet wird und in zunächst 3.196 Reisebüros mit Start Anschluss verfügbar ist. Start verstärkt gleichzeitig seine Auslandsaktivitäten. Insgesamt sind 127 Start Terminals im Ausland installiert.
Der Anschluss des 10.000sten Start Terminals wird im Mai 1989 gefeiert. Siemens-Nixdorf entwickelt das Start Board, um die Daten- und Drucksicherheit auch auf den neuen PCs sicherstellen zu können. Die Software Amadeus Pro wird eingeführt. Somit steht den Nutzern eine einheitliche Bedieneroberfläche für alle an Amadeus angeschlossenen Anbieter zur Verfügung.
Am 1. August 1990 wird die Start Datentechnik für Reise und Touristik GmbH in die Start Holding GmbH mit insgesamt vier Tochtergesellschaften überführt. Gesellschafter der Holding sind zu gleichen Teilen die Deutsche Bundesbahn, die Deutsche Lufthansa und die TUI. Die Amadeus Deutsche Marketing Gesellschaft für Reisevertrieb mbH wird übernommen und in die neugegründete Start Amadeus Vertrieb GmbH überführt. Die neue Tochterfirma ist für den Vertrieb von Start und Amadeus Produkten über das Start System zuständig. Auch die technische Verbindung des Start Rechners in Frankfurt am Main mit dem Amadeus Rechner in Erding wird realisiert.
Die Start Ticket GmbH wird 1991 mit der Aufgabe gegründet, den elektronischen Eintrittskartenvertrieb über das Start System zu forcieren. Parallel beginnt die Start Gruppe mit der Entwicklung von Selbstbedienungs-Terminals und -Automaten. Diese sollen für den Vertrieb von weniger beratungsintensiven Produkten eingesetzt werden, beispielsweise Bahnfahrkarten und Last-Minute-Reisen.
In diesem Jahr beginnt Start mit der Umsetzung eines der größten Projekte: Der Übergang vom Reservierungssystem der Deutschen Lufthansa zu Amadeus - die „Migration". Bis Ende 1992 werden insgesamt 8.000 Start Betriebsstellen mit 15.300 Terminals auf Amadeus aufgeschaltet und die Mitarbeiter geschult. Das Institut für Bildschirmtext und Telematik GmbH wird von der Start Gruppe übernommen und in die Start Telematik GmbH umfirmiert. Start expandiert weiter im Ausland: Tochtergesellschaften in Polen und Griechenland werden gegründet. Die Start Amadeus Vertrieb GmbH eröffnet Regionalbüros in Hamburg und München, Start in Berlin wird integriert. Mehr als 150 touristische Leistungsanbieter sind über das Start System buchbar.
Bereits 1993 eröffnet Start weitere Regionalbüros in Frankfurt am Main und Düsseldorf. Auch zwei neue Tochtergesellschaften in Ungarn und der Türkei werden gegründet. Start führt ein neues Produkt ein: CitySoft/GermanSoft soll den flächendeckenden Vertrieb von deutschen Fremdenverkehrsleistungen über das Start System ermöglichen. Auch wird der Prototyp des Start Automaten am Hauptbahnhof München aufgestellt. Die Start Telematik GmbH und die Start Btx GmbH werden 1994 zur Start Telematik GmbH zusammengeführt, die mit dem neuen "Elektronischen Verlag" unter anderem CD-ROM-Produkte vertreibt.
In Russland richtet die Start Gruppe eine Niederlassung ein. Die graphische Benutzeroberfläche "Start Comfort" wird entwickelt, um die größtmögliche Bedienerfreundlichkeit des Systems bieten zu können. Rund 2.000 ATB-Drucker installiert Start in den Reisebüros. Der Kunde erhält somit im Reisebüro direkt einen Ausdruck, mit dem er am Flughafen elektronisch - und somit viel schneller - einchecken kann. 1994 werden insgesamt 88,5 Millionen Buchungen über das Start System getätigt, die an Start angeschlossenen Reisebüros stellen 132 Millionen Belege aus.
1995 entscheidet sich die Start Gruppe, aus dem Hardware-Geschäft auszusteigen: Die Hardware-Anbieter schließen nun die Mietverträge für die Start Geräte direkt mit den Reisebüros ab. Über Start Cash kann im Reisebüro mit der Euroscheckkarte und Geheimnummer bargeldlos bezahlt werden. Start ist mit einem Informationsdienst im Internet vertreten. 1995 werden 107 Millionen Buchungen über Start getätigt und fast 150 Millionen Belege von den Reisebüros ausgestellt. Die Start Gruppe und Amadeus vereinbaren eine langfristige strategische Allianz. Ziel der Allianz ist die bessere Bedienung gemeinsamer Märkte im In- und Ausland sowie die gemeinsame Entwicklung neuer Produkte.
Start feiert 1996 25jähriges Jubiläum. Die Allianz von Start und Amadeus wird im März 1996 beschlossen. Im Rahmen der Allianz werden Marktdurchdringung, gemeinsamer Systembetrieb sowie Produktentwicklung beschlossen. Im Juni 1996 einigen sich Lufthansa und TUI, dass Lufthansa die Start Anteile von TUI übernimmt, im Gegenzug TUI die Anteile an Airtours erhält. Damit hält Lufthansa zwei Drittel, die Deutsche Bahn AG ein Drittel der Anteile.
Im Oktober 1996 wird die Start Telematik GmbH in Start Media Plus GmbH umfirmiert. Im Dezember 1996 kauft die Start Media Plus GmbH die 12,5 Prozent Gesellschafteranteile der DERPART Reisevertrieb GmbH zurück. Damit ist die Start Media Plus eine 100prozentige Tochter der Start Holding.
1997 wird die strategische Allianz zwischen Start und Amadeus vollzogen: Die Gesellschafter beider Unternehmen haben dem Verkauf von 50 Prozent der Anteile der Start Informatik GmbH an Amadeus Global Travel Distribution S.A., Madrid, zugestimmt. Die Start Holding GmbH und Amadeus sind somit gleichberechtigte Gesellschafter an der Start Informatik.
Darüber hinaus hat Start zum 31. Dezember 1996 seine Auslandsbeteiligungen an Amadeus verkauft. Amadeus übernimmt somit alle bisherigen Start Anteile an den Unternehmen Start Seyahat Pazarlama in Istanbul, Start Hellas in Athen, Start Hungaria in Budapest und Amadeus Austria in Salzburg. Die Niederlassung in Moskau sowie die Aktivitäten in den GUS-Staaten werden von Amadeus weitergeführt.
Im Dezember 1997 einigen sich die Deutsche Bahn AG und Lufthansa, dass Lufthansa die Start Anteile der Deutschen Bahn AG übernimmt, im Gegenzug die Deutsche Bahn AG die Anteile der Lufthansa an der Deutsches Reisebüro GmbH (DER) erhält. Damit ist Lufthansa zur Zeit alleiniger Gesellschafter von Start.
1997 ist das bis dahin wirtschaftlich erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte. Bei einem Umsatz von 370 Millionen Mark erwirtschaftet Start 16 Millionen Mark Jahresüberschuss. Mit zehn Prozent mehr Anschlüssen an das Start System wächst das Buchungsvolumen um 4,6 Prozent.
Start gibt im Februar 1998 seinen Umzug im Jahr 2000 nach Bad Homburg bekannt. Für 1998 geht das Reisevertriebssystem weitere Schritte zur Reorganisation, die intern bereits 1997 vollzogen wurde: Die Frankfurter Firma führt die Start Holding, Start Informatik und Start Amadeus Vertrieb in eine GmbH zusammen. Nach außen hin tritt das Reisevertriebssystem stellvertretend für diese drei Unternehmen seitdem als Start Amadeus GmbH auf. Die beiden Tochtergesellschaften Start Ticket GmbH und Start Media Plus GmbH bleiben weiterhin bestehen. Zum Ausbau der internationalen Ausrichtung des Unternehmens plant die Lufthansa den Verkauf von 34 Prozent der Start Anteile an das Global Distribution System Amadeus im Jahr 1999.
Die Start Amadeus GmbH erwirbt zum 1. Januar 1999 an der Partners Software GmbH 50,1 Prozent der Gesellschafter-Anteile. Im Februar 1999 gründet die Frankfurter Firma die Start Amadeus Ltd. in Galway/Irland, eine Tochtergesellschaft für Software-Entwicklungen, die am 1. Juli 1999 mit 20 irischen Mitarbeitern ihre Arbeit aufnimmt. Im August genehmigt die EU eine Amadeus-Beteiligung an Start Amadeus in der mit Lutfhansa vereinbarten Höhe von 34 Prozent. Im Herbst beginnt die Business Unit Informationstechnologie mit der Konsolidierung des Rechenzentrums. Dieses zieht um in das Rechenzentrum von Amadeus nach Erding bei München. Dort befindet sich zum Jahresende schon 80 Prozent der Hard- und Software des deutschen Marktführers.
Das Jahr 2000 beginnt für Start Amadeus reibungslos: Nach dreijähriger Vorbereitungszeit durch IT-Experten können alle Start Reisebüros problemlos Buchungen ausführen. Ende Februar zieht das Unternehmen mit inzwischen rund 1.000 internen und externen Mitarbeitern vom Frankfurter Gallusviertel nach Bad Homburg um - bis dahin waren diese auf fünf verschiedene Standorte in Frankfurt verteilt untergebracht.
Die Axel Springer Verlag AG, Berlin, die DEAG Deutsche Entertainment AG, Berlin, sowie die Lufthansa-Tochter Start Amadeus GmbH, Bad Homburg, beabsichtigen die Gründung eines Joint Ventures auf Basis der Start Ticket GmbH, um einen gemeinsamen multimedialen Marktplatz für Events und andere Freizeitangebote zu etablieren. Dies gaben die drei Unternehmen auf einer Pressekonferenz am 3. Juli 2000 in Berlin bekannt. Alle drei Unternehmen besiegeln diesen Schritt im Dezember des gleichen Jahres in einem Konsortial-Vertrag, der ihre Beteiligung zu je 33,3 Prozent festlegt.
Am 15. Oktober 2000 übernimmt Dr. Raoul Hille den Vorsitz der Geschäftsführung bei Start Amadeus und löst damit Jürgen Büchy ab. Im Januar 2001 gibt Start Amadeus seine neue Unternehmensstrategie bekannt. Sie sieht sowohl die Marktsicherung im Kernmarkt als auch Wachstum des Reisevertriebs über Reisebüros in Deutschland vor. Ein wesentlicher Bestandteil der künftigen Strategie ist die grundsätzlich engere Zusammenarbeit mit dem Gesellschafter Amadeus und die Gründung eines weltweiten Competence Centers Leisure unter Führung von Start Amadeus. Weitere Punkte sind: Ein starker Ausbau des Corporate Geschäfts für das Business Travel Management (B-to-B), die Absicherung und Optimierung des Leistungsträgergeschäfts und eine zukunftsweisende Ausrichtung des Angebots für Endverbraucher (B-to-C). Damit sind auch die Geschäftsfelder klar definiert: Leistungsträger, Reisemittler und Unternehmen (Corporates). Im November 2001 kaufen die Gesellschafter der Partners Software GmbH ihre Anteile von Start Amadeus zurück. Seit 1998 war das Reisevertriebssystem am Bremer Unternehmen beteiligt, zuletzt mit 51 Prozent.
Im April 2002 eröffnet Start Amadeus das Produkt- und Serviceportals www.portevo.de für Reisebüros. Als eine "zweite Revolution" nach der Gründung von Start Amadeus bezeichnet Start Chef Hille diesen Schritt in Richtung Internet-Basierter Profi-Anwendungen. Das neue Produkt wird vom Markt sehr gut angenommen.
Im Juli unterzeichnen die Start Amadeus GmbH und Ticket Corner, der Schweizer Marktführer im Ticketing-Geschäft, einen Exklusiv-Vertrag über fünf Jahre mit Option auf drei weitere Jahre für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Beide Unternehmen werden die Aktivitäten der insolventen Qivive GmbH im Ticketbereich fortführen. Ticket Corner verantwortet mit der neu gegründeten Tochtergesellschaft Ticket Corner GmbH in Bad Homburg den gesamten Vertrieb über verschiedene Distributionskanäle, wie beispielsweise Reisebüros und Kartenvorverkaufsstellen. Start Amadeus sorgt dafür, dass Reisebüros weiterhin wie gewohnt das KART Verfahren zur Buchung von Eintrittskarten nutzen können.
Im Dezember unterzeichnen die Start Amadeus GmbH und die Deutsche Bahn AG einen Vertrag zur zukünftigen Ausrichtung der Business-to-Customer (B2C) Plattform www.start.de. Seit dem 1. Januar 2003 betreibt die DB das Reise- und Freizeit-Portal der Bad Homburger und ist damit auch für den Inhalt der Plattform verantwortlich. Start Amadeus fungiert im Auftrag der DB AG als technischer Dienstleister für die Booking Engines auf www.start.de. Die bestehenden und auch die neuen Kunden von www.start.de können weiterhin auf das gewohnte Angebot zugreifen. Das Portfolio wird sukzessive erweitert und ergänzt.
Ebenfalls im Dezember vollzieht das Bad Homburger Unternehmen den letzten Schritt zur kompletten Umsetzung der von Dr. Raoul Hille im Januar 2001 festgelegten Strategie: Die Aufsichtsräte von Lufthansa und Amadeus stimmen zu, dass der bisherige 34-Prozent-Gesellschafter Amadeus Global Travel Distribution S.A., Madrid, die übrigen 66 Prozent Anteile kauft, die bislang der Lufthansa Commercial Holding, einer hundertprozentigen Tochter der Deutschen Lufthansa AG, gehörten. Dies ist eine wichtige Voraussetzung zum „Going global" von Start Amadeus.
Ende Februar 2003 kann Amadeus, das führende globale Vertriebssystem (GDS) und Technologieprovider für die Reisebranche, die Akquisition seines deutschen Vertriebspartners, Start Amadeus GmbH von der Lufthansa Commercial Holding GmbH abschließen. Amadeus erhält außerdem die notwendigen kartellrechtlichen Genehmigungen zur Anteilserhöhung an Start Amadeus von 34 auf 100 Prozent. Start Amadeus wird ab dem 1. März 2003 in Amadeus integriert.
Ebenfalls am 1. März 2003 ernennen die Start Amadeus Gesellschafter Albert Pozo zum Geschäftsführer der Start Amadeus GmbH. Neben seinen integrativen Aufgaben verantwortet er die Bereiche Product Management, Development und Operations.
Im Mai 2003 reduziert Start Amadeus den Anteil an der irischen Tochtergesellschaft Traventec (ehemals Start Amadeus Ltd.) auf 45 Prozent.
Zur Nutzung von Synergien im Einkauf von Leistungen und Dienstleistungen bündelt Amadeus zum 1. Juli 2003 seine internationalen Aktivitäten für National Marketing Companies (NMCs) in einem Competence Center Purchase in Bad Homburg. Damit bekommt der deutsche Standort innerhalb des weltweit tätigen Unternehmens nach dem Competence Center Leisure einen weiteren Kompetenzbereich. Direktor der internationalen Geschäftseinheit wird der bisherige Start Amadeus Geschäftsführer Peter Munzig.
Nur drei Monate nach der Übernahme von Start Amadeus durch Amadeus im März dieses Jahres ist die Integration beider Unternehmen schon im Juli fast komplett abgeschlossen. Start Amadeus ist "ready for take off" in und mit der gesamten Amadeus Familie und will dies auch mit einem neuen Namen zeigen: Anfang Juli gibt das Unternehmen bekannt, dass Start Amadeus ab Herbst Amadeus Germany heißen wird.
Amadeus Germany steht dabei für die Unternehmens-Philosophie der globalen Stärke und lokalen Expertise ebenso wie für das Ziel von Start Amadeus, führender IT Service-Provider für die Reise- und Touristikbranche in Deutschland zu bleiben und das Geschäft auch international mit Amadeus voranzutreiben.
Diesem Ziel tragen beide Partner ebenfalls noch im Juli mit einer weiteren Entscheidung Rechnung: Ab sofort tritt das Competence Center Leisure (CCL) weltweit als Amadeus Tours auf. Unter diesem Namen wird die Geschäftseinheit dem internationalen Markt alle Produkte für den Vertrieb von touristischen Leistungen sowohl für Nutzer als auch für Anbieter zugänglich machen. Peter Tomes, der das CCL als Projektleiter mit aus der Taufe gehoben hat, steht der Geschäftseinheit als Managing Director vor.
Am 1. Januar 2004 löst Holger Taubmann, bislang Director Airline Marketing & Sales im Amadeus Hauptsitz in Madrid, Dr. Raoul Hille als Vorstandsvorsitzender und Sprecher der Geschäftsführung ab. Der erfahrene Manager Taubmann startete seine Karriere 1988 bei der Deutschen Lufthansa in Frankfurt in der Regionalleitung Afrika und kam im Januar 1997 als Manager, Business Control, zu Amadeus Global Travel Distribution. Zuletzt war er dort verantwortlich für das globale Airline-Account-Management, den Verkauf und Vertrieb und leitete ein globales Account-Team. Er erzielte bedeutende Erfolge in diesem Geschäftsfeld von Amadeus.
2004 ist das "Amadeus Vista Jahr" - mit der Einführung der neuen Internet-basierten Technologie ein Meilenstein in der Geschichte von Amadeus Germany. Amadeus Vista ist auch die Basis für die Neugestaltung und wesentliche Vereinfachung des Produkt-Portfolios und Preiskonzepts. Der Erfolg zeigt sich in den Verkaufszahlen: Für rund 25.000 PCs werden 2004 bereits Amadeus Vista Verträge abgeschlossen, fast 10.000 davon sind zum Jahresende schon auf die neue Technologie umgestellt.
Ende 2004 ernannte Amadeus Albert Pozo zum Geschäftsführer der neu geschaffenen, globalen Geschäftseinheit Travel Services & Leisure, die aus dem Zusammenschluss von Amadeus Tours und Travel Service Partners (TSP) hervorgeht. Damit schied Pozo zum 1. Januar 2005 aus der Geschäftsführung bei Amadeus Germany aus.
Als Highlight der ersten Jahreshälfte 2005 führt Amadeus Germany das Mid-Office-Tool Amadeus Order Solution zur effektiven Auftragsabwicklung in Reisebüros ein und entwickelt das Bahn Verfahren weiter. Im Mai 2005 hatte Amadeus Germany alle 15 Bahn-Masken in eine einzige integriert - die neue grafische RAIL Maske, die auf dem Neuen Vertriebssystem (NVS) der Deutschen Bahn basiert.
Im Hochsommer geben Amadeus Germany und TUI Leisure Travel bekannt, dass sie gemeinsam ein umfassendes IT-Projekt aufsetzen werden, mit dem sie Reisebüros für die Anforderungen der Zukunft an den Leisure-Verkaufsprozess im Reisebüro fit machen wollen. Mit Amadeus TOMA Premium stellt Amadeus Germany Ende August ein neues Produkt vor, das den Verkauf von touristischen Leistungen optimiert. Die entscheidende Neuerung: In der bekannten und vertrauten Amadeus TOMA Maske können Reisebüros nun sowohl die Angebotssuche als auch den Angebotsvergleich und die Buchung in einem Arbeitsablauf abwickeln. Damit ist ein flexibler Wechsel zwischen Beratungs- und Buchungsfunktionen möglich.
Eine der wohl ungewöhnlichsten und in der Branche einmaligen Innovationen bringt Amadeus Germany im Herbst auf den Markt: Der neue Informationskanal Amadeus ExpiTV, den Reisebüros von ihrem Arbeitsplatz aus direkt aus ihrer Buchungsoberfläche heraus aufrufen können.
2005 schreitet auch die Umstellung auf die neue internet-basierte Technologie von Amadeus Germany weiter voran. Zum Jahresende 2005 waren bereits über 30.000 PCs mit Amadeus Vista ausgestattet.
Am 1. Januar 2006 wurde Petra Euler zur zweiten Geschäftsführerin der Amadeus Germany GmbH ernannt. Die diplomierte Soziologin und Sozialpsychologin war nach einer fünfjährigen Forschungstätigkeit an der Universität Mannheim in verschiedenen Positionen bei der Deutschen Lufthansa tätig. Nach verschiedenen Stationen im Personal und Managementtrainingsbereich leitete Petra Euler bis 2001 die Personalentwicklung der Lufthansa Passage Airline. Im Februar 2001 stieß sie als Leiterin des Bereiches Human Resources zum damals noch als Start Amadeus firmierenden Unternehmen und war maßgeblich an der Integration des Unternehmens in den Amadeus Konzern beteiligt.
Amadeus positioniert sich neu als "Amadeus IT Group – Your technology partner" mit der Zielsetzung, der führende Anbieter für IT-Lösungen der Reise- und Tourismusbranche zu werden. Das Produkt-Portfolio wird in vier Kategorien unterteilt: "Distribution & Content", "Sales & e-Commerce", "Business Management", "Services & Consulting". Weitere wichtige strategische Meilensteine: Ausbau der Partnerschaft mit hotel.de und mehr als 2.000 Hotels von hotel.de erstmals über Amadeus buchbar. Amadeus e-Ticketing wird eingeführt. Umstellung vieler Fluggesellschaften auf Electronic Ticketing gemäß IATA Vorgabe. Start für die neue Kundendatenbank Amadeus Customer Leisure Profiles.





