Kundeninformation vom 25. Juni 2008
Sehr geehrte Kunden,
im Hinblick auf die letzte Kommunikation von Lufthansa und Swiss vom 20. Juni 2008 möchten wir mit unserem heutigen Schreiben Klarheit bezüglich des Vorzugspreismodells schaffen, das beide Airlines der Branche auferlegen wollen.
Wir möchten Ihnen erläutern, wie sich die Situation aus unserer Sicht darstellt und was wir tun werden.
1. Lufthansa / Swiss wollen kostenlosen Reisebürovertrieb in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Das Vorzugspreismodell basiert auf der Prämisse, dass es Lufthansa und Swiss möglich sein soll, ohne Kosten über das GDS an Sie zu vertreiben. Tatsächlich sind die 4,90 € Aufschlag höher als die Buchungsgebühr, welche Lufthansa / Swiss an Amadeus entrichtet.
Es hat den Anschein, dass Lufthansa / Swiss glauben, keinen Mehrwert durch Sie und uns zu erhalten. Heute sind jedoch Reisebüros der Vertriebskanal, der den Airlines den höchsten Ertrag und das größte Volumen bringt.
2. Das Vorgehen von Lufthansa / Swiss schadet Amadeus und unseren Reisebüro-Kunden
Mit der Entscheidung von Lufthansa, den GDS Aufschlag für Sabre und Travelport entfallen zu lassen, wurde das Vorzugspreismodell zu einem Instrument, den GDS-Markt zu manipulieren. Damit führt der Aufschlag zu einer Diskriminierung von Amadeus und schädigt jene Reisebüros, die sich für die Nutzung von Amadeus entschieden haben.
3. Lufthansa und Swiss waren nicht bereit zu verhandeln
Lufthansa und Swiss akzeptieren keine andere kommerzielle Bedingung als die vollständige Kompensation der Buchungsgebühr, um den Aufschlag von 4,90 € für Amadeus Reisebüros zurückzunehmen. Das Entfallen der GDS Gebühren für Deutschland, Österreich und die Schweiz entspricht einer Summe von rund hundert Millionen Euro pro Jahr für Amadeus.
Lufthansa und Swiss bestehen auch bei einer teilweisen Kompensation von Amadeus darauf, dass die Differenz zum obigen Betrag durch einen diskriminierenden Aufschlag, den Sie, unsere Reisebürokunden, zu tragen haben, erreicht wird.
Sie werden sicherlich verstehen, dass wir diese Bedingungen unmöglich akzeptieren können.
4. Amadeus hat rechtliche Schritte gegen die Einführung dieses diskriminierenden Aufschlags durch Lufthansa und Swiss eingeleitet
Wir möchten Sie darüber informieren, dass wir rechtliche Schritte gegen dieses Programm ergriffen haben. Über den Fortschritt der Verfahren halten wir Sie auf dem Laufenden.
5. Amadeus wird Ihnen die Kosten für den diskriminierenden Aufschlag ab 1. Juli erstatten
Wir verstehen, dass das Vorzugspreisentgelt von Lufthansa und Swiss Ihrer Wettbewerbs-fähigkeit schadet und einen hohen administrativen Aufwand verursacht. Es ist für uns inakzeptabel, dass dies nur deshalb geschieht, weil Sie sich entschieden haben, mit Amadeus zu arbeiten.
Wir erstatten Ihnen das Vorzugpreisentgelt bis mindestens Ende 2008 oder bis zu einem Zeitpunkt einer früheren Einigung. Wir werden diese Kompensationsleistung von Lufthansa und Swiss einfordern.
Unser Amadeus Vertriebsteam wird in den nächsten Tagen auf Sie zukommen und Ihnen Einzelheiten zur Erstattung des Vorzugspreisentgelts und zu den Konditionen erläutern.
Wir rechnen mit Ihrer Unterstützung und Ihrem Verständnis.
Über die weiteren Entwicklungen halten wir Sie auf dem Laufenden.
Mit freundlichen Grüßen
Holger Taubmann
General Manager
Amadeus Germany GmbH




