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2. Amadeus „Zukunftsgespräch“ mit Hannes Jagerhofer, von Checkfelix am 11. Juni 2008

Bereits zum zweiten Mal lud Amadeus zu den Zukunftsgesprächen. Der Gesprächspartner von Amadeus Geschäftsführer Wilfried Kropp war dieses Mal Hannes Jagerhofer, Gründer von Checkfelix und ein besonderer „Querdenker“:

Der Österreicher Hannes Jagerhofer, Gründer von Checkfelix, der unabhängigen Metasuchmaschine für Flüge, gab Einblick in sein Unternehmenskonzept und stand für Fragen zur Verfügung. Er informierte über das Geschäftsmodell, wie Checkfelix funktioniert und welches Reisevolumen mittlerweile bewegt wird. Diese und weitere Fragen wurden von Hannes Jagerhofer an diesem Abend beantworten: in freier Rede, ohne Powerpoint-Präsentation und ohne Unternehmens-Video. 

Die Erfolgsstory von Jagerhofers „checkfelix“
Am Anfang standen weder ein Business-Plan noch einschlägige Erfahrung, sondern nur die Idee, mit einer Internet-Suchmaschine möglichst schnell und einfach im immer undurchdringlicher werdenden Tarifdschungel das beste Angebot für einen bestimmten Flug zu finden. Nur drei Jahre später und um viel Lehrgeld ärmer zählt Hannes Jagerhofer auf seiner Reisewebsite „checkfelix.com“ monatlich 400.000 Flugabfragen, die einen Ticketumsatz von gut zwei Mio. Euro bringen – Tendenz stark steigend. Als Gast bei den „Zukunftsgesprächen“, bei denen das Technologieunternehmen Amadeus Austria ungewöhnliche bzw. zukunftsweisende Geschäftsmodelle vorstellt, erläuterte der vor allem als Event-Spezialist bekannte Unternehmer, wie und warum „checkfelix“ so gut funktioniert.

Nach nur zwei Minuten findet der Kunde eine Auflistung seiner Wünsche
Zum Unterschied von üblichen Reiseplattformen, die das Angebot bestimmter Anbieter aufbereiten, ist „checkfelix“ eine unabhängige „Metasuchmaschine“, die auch auf andere Suchmaschinen zugreift und zusammenträgt, was diese selbst an Angeboten für einen bestimmten Flug- oder – seit kurzem – auch Hotelwunsch finden. Auf diese Weise werden hunderte Websites von Fluglinien, Reiseplattformen und Online – Reisebüros durchforstet. Nach maximal zwei Minuten werden die Ergebnisse aufgelistet – geordnet nach dem Preis oder nach anderen Parametern, die der Kunde selbst wählen kann. Suchziel ist nicht unbedingt das billigste Angebot, sondern jenes, das den Wünschen des Kunden am besten entspricht. Mit Hilfe der „flexiblen Suche“ werden die günstigsten Flüge für einen Zeitraum von mehreren Tagen gefunden, in den verschiedensten Routen -Kombinationen. Der „Metaprizer“ sorgt dafür, dass immer der Endpreis ausgewiesen wird, inklusive aller Zuschläge.

Der Hauptvorteil für die Nutzer der Suchmaschine ist neben der Zeitersparnis gegenüber direkten Abfragen die totale Markt-und Preistransparenz. Wenn das gleiche Angebot von verschiedenen Anbietern – etwa der Fluglinie direkt oder einer Reiseplattform – zu unterschiedlichen Preisen offeriert wird, ist auch das sichtbar. Der Kunde kann frei wählen, bei welchem Anbieter er buchen möchte. Von „checkfelix“ wird die Buchung zur Website des jeweiligen Anbieters weitergeleitet, wo sie abgewickelt wird – bis zur Bezahlung.

Auch die Metasuchmaschine fragt nicht grenzenlos alles ab, was das Internet bietet. „Wer die sechs größten Anbieter hat, hat den Markt“, ist Hannes Jagerhofer überzeugt. Da er derzeit rund 220 Partner hat, die „abgefragt“ werden, ist das wohl gesichert, auch wenn es die eine oder andere Lücke gibt. So ist beispielsweise die Lufthansa nicht im Programm. „Sie will sich nicht vergleichen lassen“, meint Jagerhofer zur Erklärung.

Neu: Hotelsuche wurde ins Programm aufgenommen
Ursprünglich als reine Flug-Suchmaschine eingerichtet, wurde vor wenigen Wochen auch die Hotelsuche in das Programm aufgenommen. Auch hier greift „checkfelix“ auf die großen Plattformen zu (z.B. HRS, Hotels.com, venere etc.) sowie auf das Angebot großer Online-Reisebüros wie Expedia oder Opodo und verschiedener Hotelketten.

Kooperation mit Red Bull
Ein zusätzliches Service wird in Kooperation mit Red Bull angeboten. Das Getränkeunternehmen hat weltweit eine Internet- Community aufgebaut, die von „Scouts“ betreut wird. In Miami sind beispielsweise sechs Scouts im Einsatz, die den lokalen Markt beobachten und berichten, was gerade „angesagt“ ist – bezüglich Essen, Trinken, Discos oder besonders preiswerten Angeboten. Diese Informationen stehen auch den „checkfelix“-Kunden zur Verfügung. Als Gegenleistung ist Red Bull auf „checkfelix“ präsent. Beim Marketing setzt Jagerhofer fast ausschließlich auf das Internet – die Plattform über Werbung in Printmedien bekannt zu machen, wäre zu aufwendig.

Das Suchprogramm bringt für Anbieter Geschäft ohne teure Werbung

Finanziert wird die Metasuchmaschine zu 40 Prozent aus Werbeeinschaltungen auf der Homepage – vor allem Routenmarketing der Airlines und Destinationsmarketing – und zu 60 Prozent aus Provisionen. Für vermittelte Ticketbuchungen verrechnet „checkfelix“ acht Euro Commission, das entspricht bei einem durchschnittlichen Ticketpreis von 450 Euro (inklusive Rückflug) etwa zwei Prozent. Bei Hotelbuchungen – durchschnittlich 300 Euro – ist die Provision wesentlich höher. Auf die Frage, wie sich eine Provision in dieser Höhe mit einem Ticketpreis von 29 Euro verträgt, hat Hannes Jagerhofer eine einfache Antwort: „Die Airlines verkaufen ja nicht alles so billig, sie müssen den Spagat schaffen, gute Preise zu erzielen und trotzdem billig zu erscheinen.“

Eine Schattenseite haben Metasuchmaschinen, die es schon vor „checkfelix“ vor allem in den USA gab: Jede Anfrage löst eine Datenlawine aus. Im Vergleich zu einer Direktbuchung entsteht ein zumindest achtzigfacher „Datentraffic“, der durchaus dazu führen kann, dass der Server eines Anbieters wegen Überlastung seinen Dienst versagt. Dazu kommt, dass die Websites der Anbieter die Suche über ein GDS-System – vorwiegend von Amadeus – durchführen. Das führt dazu, dass die gleichen Abfragen mehrfach durchgeführt werden. Für jede Transaktion wird aber eine Gebühr verrechnet, die zwar nur wenige Centbruchteile beträgt, in der Summe aber zu spürbaren Belastungen für die Anbieter führen kann. „Offensichtlich rechnet sich das für diese trotzdem“, meint Hannes Jagerhofer. „Bisher ist kein Anbieter abgesprungen bzw. nicht wieder zurückgekehrt. In das Suchprogramm integriert zu sein, bringt Geschäft ohne teure Werbung. Wenn bei Google „Billige Flüge“ eingegeben wird, muss „checkfelix“ unter den ersten drei angeführten Anbietern aufscheinen.“

Einstieg in deutschen Markt geplant
Derzeit versucht Jagerhofer den Einstieg in den deutschen Markt. „Das ist schwierig, denn Buchungen kommen erst, wenn Vertrauen in das Produkt aufgebaut ist – und das dauert seine Zeit.“ Wenn sie zu laufen beginnen, werden auch die vier Programmierer und zwei Marketingmitarbeiter des Unternehmens nicht mehr ausreichen.

Für die Zukunft hat Hannes Jagerhofer klare Vorstellungen: In fünf Jahren möchte er für „checkfelix“ den fünffachen Markt haben – das entspricht einem Umsatz von gut 120 Mio. Euro.

Über die Amadeus Zukunftsgespräche:
Die von Amadeus geladenen Gäste haben entweder ein ungewöhnliches Reisekonzept oder -unternehmen entwickelt bzw. agieren in einem Umfeld, das für den Reisemarkt zukunftsweisend ist. Der VIP-Gast hat sich zuvor bereit erklärt, Fragen des qualifizierten Publikums, das sich aus einem kleinen Kreis von Führungskräften aus der Reisebranche und Journalisten zusammensetzt, offen zu beantworten. Antworten sind nur in freier Rede erlaubt, Power-Point-Präsentationen verboten. Die Ziele der neuen Veranstaltungsreihe sieht Wilfried Kropp im Networking und in Qualifizierungseffekten für die Reisebranche.

Der erste VIP-Gast am 4. Oktober 2007 war Markus Schott,
www.holidaycheck.de  
Der Schweizer Querdenker, Gründer und Geschäftsführer der HolidayCheck AG, gab Einblick in sein Geschäftsmodell und stand für Fragen zur Verfügung. HolidayCheck bietet als erstes großes deutschsprachiges Reiseportal Kundenbewertungen von Urlaubshotels an – mit durchschlagendem Erfolg. Nachbericht: www.prplus.at  

Amadeus Österreich – 20 Jahre Wachstum, Expansionskurs wird fortgesetzt
In Österreich arbeiten rund 800 Reisebüros und Unternehmen mit Amadeus. Bei den Flugbuchungen über Reisebüros liegt der Marktanteil des führenden Technologie-Partners für die Tourismusbranche bei rund 65 Prozent. Wachstum ist dennoch angepeilt, und das in den Geschäftsfeldern Distribution & Content, Sales & e-Commerce, Business Management und Service & Consulting. Fast alle großen Online-Reisebüros in Österreich setzen auf Amadeus-Technologie. Auch die internationalen Online-Reisebüros, die in Österreich tätig sind, wie Expedia, Opodo und ebookers, arbeiten mit Amadeus.

Amadeus Austria arbeitet eng mit externen Partnerunternehmen zusammen, die spezifische Lösungen für österreichische Reisebüros und Reiseveranstalter anbieten. Derzeitige Partner sind TravelTainment (Booking Engines Touristik und Beratungstool BistroPortal), GIATA (Content-Erfassung), Ypsilon (Booking Engine Flug) und Umbrella (Mid-Office-Systeme für Reisebüros).

Amadeus liefert Branchendaten
Mit den beiden Indices AATIX (Austrian Air Traffic Index) und TOURIX (Austrian Touristik Index) wird die wirtschaftliche Entwicklung des österreichischen Reisebüromarktes abgebildet. Diese Barometer und Frühindikatoren des österreichischen Flug- bzw. Pauschalreisemarktes werden regelmäßig von Amadeus herausgegeben. Für den TOURIX analysiert Amadeus Austria die Veranstalterbuchungen und für den AATIX die Linienflugbuchungen von 100 großen Reisebüros in Österreich.

Amadeus: optimale IT-Lösungen fürs Reisen 
89.000 Reisebüros in mehr als 215 Märkten vertrauen auf das globale Vertriebssystem
Amadeus ist einer der führenden Technologie-Partner für die gesamte Reiseindustrie. Das Unternehmen bietet Marketing-, Vertriebs- und IT-Lösungen, die Wachstum sowie Erfolg seiner Kunden in der stets im Wandel begriffenen Reisebranche unterstützen. Zu den Kunden gehören Fluggesellschaften, Reisebüros, Reiseveranstalter sowie Unternehmen (Corporate Travel) und weitere Leistungsträger (Hotels, Mietwagenfirmen, Bahn-, Fähr- und Kreuzfahrtgesellschaften, Versicherungsunternehmen). Die Amadeus Lösungen sind in vier Kategorien gruppiert: Distribution & Content, Sales & e-Commerce, Business Management und Services & Consulting.

Fast 89.000 Reisebüros weltweit sowie mehr als 29.000 Airline-Verkaufsbüros nutzen die Amadeus-Technologie. Amadeus verfügt über 65 Vertriebs- und Marketing-Büros, die mehr als 215 Märkte betreuen. Das Unternehmen beschäftigt über 7.600 Mitarbeiter aus 95 Nationen. Das Angebot, das über Amadeus-Technologie gebucht werden kann, umfasst 487 Fluglinien (ca. 95 Prozent der weltweit vorhandenen Flugplätze), 75.000 Hotels, 27 Autovermietungen an 36.000 Standorten sowie zahlreiche internationale und nationale Reiseanbieter.

Amadeus hat Zentralen in Madrid (Hauptsitz & Marketing), Nizza (Entwicklung) und Erding (Rechenzentrum) und betreibt regionale Büros in Miami, Bangkok und Buenos Aires. Das Unternehmen ist in Besitz von WAM Akquisition, zu deren Anteilseignern BC Partners, Cinven, Air France, Iberia und Lufthansa gehören.